Allergie und Sport: Ist Training im Freien trotz Heuschnupfen möglich?

Nach dem schier endlos langen Winter stehen nun endlich sommerliche Temperaturen an! Während sich viele über mehr Sport im Freien freuen, plagen sich andere mit einem neuen (jährlich wiederkehrenden) Problem – nämlich Heuschnupfen. Aber auch für Allergiker ist Sport im Freien prinzipiell möglich, sofern im Vorfeld einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden:

Check-Up beim Arzt!

Da viele Allergiker im Laufe der Jahre chronisches Asthma entwickeln, sollte man zunächst beim Arzt die Allergie bestimmen lassen und mögliche Therapien besprechen. Zumindest Freizeitsportler haben laut einer französischen Studie kein erhöhtes Asthmarisiko. Da leichter Sport die Durchblutung fördert, profitieren Allergiker sogar von einer regelmäßigen sportlichen Betätigung.
Wer trotz Allergie intensiver Sport betreiben möchte, sollte sich vorab beim Arzt die Erlaubnis einholen. Hochleistungssport erhöht das Asthmarisiko beträchtlich, wie der Allergologe Bruno Knöpfli feststellte, der über drei Jahre lang das Triathlon-Team der Schweiz untersuchte. Als eine der Hauptursachen gilt neben der erhöhten Allergenbelastung in der Luft auch das verstärkte Einatmen von kalter Luft durch den Mund.

Wirkungsdauer der Medikamente beachten

Mit richtig eingestellten Medikamenten sind auch Outdooraktivitäten im Prinzip kein Tabu mehr. Wer die Allergie medikamentös behandelt, muss diese vorbeugend und regelmäßig einnehmen und natürlich immer die Wirkungsdauer im Blick haben. Wer morgens das Medikament einnimmt, kann sich beim abendlichen Training unter Umständen nicht mehr auf die Wirkung verlassen. Auch hier ist die Abstimmung mit dem behandelnden Arzt wichtig.

Auf Pollenflug-Vorhersage achten

Wurde die Allergieursache (wie z.B. Birke, Erle, Roggen oder Haselnuss) erst einmal bestimmt, kann man sich online über den aktuellen Pollenflug in der Region informieren. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung bietet hierfür auf der Website http://www.dwd.de/pollenflug eine Vorhersagemöglichkeit. Bei starkem Pollenflug können ggf. die Medikamente nicht ausreichen und allergische Reaktionen wie z.B. Atemnot drohen. Sport im Freien ist natürlich nicht sinnvoll, Allergiker sollten dann generell längere Aufenthalte im Freien vermeiden.

Training in der Halle

Eine gute Alternative bei starkem Pollenflug kann Sport in der Halle bzw. im Fitnessstudio sein. Wichtig ist, die Trainingskleidung erst in der Sporthalle anzuziehen, um keine Pollen mit ins Studio einzuschleppen.

Auch die Tageszeit ist von Bedeutung

Die Tageszeit spielt ebenfalls eine sehr große Rolle. Die Pollenkonzentration ist in Städten in den Morgenstunden zwischen 6-8 Uhr am niedrigsten, entsprechend sollte die Zeit nach dem Aufstehen für Aktivitäten genutzt werden. Ganz anders sieht es wiederum in den ländlichen Regionen aus, hier ist die Luft zwischen 18:00-24:00 Uhr am besten geeignet, da die Pollenkonzentration am niedrigsten ist.

Brille tragen

Wer draußen trainiert, sollte beim Sport eine eng abschließende Brille tragen. Das Gestell und die Gläser sollten regelmäßig gereinigt werden.

Laufen nach dem Regen

Die ideale Trainingszeit ist außerdem nach einem Regenguss, da der Regen die Luft rein wäscht und die Pollen im Wasser gebunden sind.

Schwimmen als Alternative

Ebenfalls eine gute Alternative zum Sport im Freien ist Schwimmen. Die feuchte Schwimmbadluft hat einen ähnlich positiven Effekt wie Regen.

Nach dem Sport

Nach dem Sport unbedingt Duschen und Haarewaschen. Die Sportkleidung sollte nicht im Schlafbereich gewechselt bzw. abgelegt werden. Besser alles direkt in die Waschmaschine packen. Sinnvoll ist auch eine Nasendusche, bei der die Pollen etc. ausgespült werden (Hierfür 1/2 Teelöffel Salz in einem Glas warmem Wasser auflösen, in eine Nasendusche füllen und dann spülen).

Yoga gegen die Allergie

Da Stress die Allergie verstärkt, kann Yoga, Meditation oder autogenes Training gegen Stress und Anspannung helfen.

In den Urlaub fahren

Lässt sich die Allergiezeit auf bestimmte Wochen/Monate einschränken, dann kann es sich anbieten, in dieser Zeit in den Urlaub zu fahren. Ideal ist das Hochgebirge ab 2.000 Metern, hier kann man der hohen Pollenkonzentration weitestgehend aus dem Weg gehen und beispielsweise Mountainbiken oder Wandern. Ebenfalls gut geeignet ist ein Urlaub am Meer mit einem Fokus auf Wasserport, da das salzhaltige Meeresklima allergenarm ist. Leider lässt sich die Allergiezeit immer weniger voraussagen, da der Klimawandel zu Veränderungen beim Pollenflug führt und die Blütephase allergierelevanter Pflanzen von Jahr zu Jahr früher beginnt.


3 Responses to Allergie und Sport: Ist Training im Freien trotz Heuschnupfen möglich?

  1. Hermann Treptow 23. April 2013 at 15:21 #

    Hallo,
    Ich bin gerade dabei eine bisserl andere Seite für den Senioren-Sport zu schreiben.
    Vielleicht schaut ihr einmal rein.Danke

  2. O. 26. April 2013 at 10:22 #

    Also ich kann sagen ja Sport ist auch wärend der Pollenflugzeit möglich.
    Sinnenbrille tragen ist sehr empfehlenswert und einfach immer taschentücher dabei haben.
    Nicht durchs freie Feld laufen.

  3. Christian 15. Mai 2013 at 10:07 #

    Hi Leute,

    Heuschnupfen gerade beim Training im freien muss nicht mehr ein Problem sein. Ich leide unter sehr vielen Allergien und lasse mir immer im Frühjahr Cortison spritzen. Das hilft mir sehr, sehr gut!!!

    Würde mich freuen wenn der ein oder andere ähnliche Erfahrungen hat.

    Habe auf meinem Blog auch reichlich Fitness und Ernährungstipps: http://www.fitformations.de

    Grüße

    Christian

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