Eisbaden: Tipps und Regeln für den extremen, aber gesunden Trendsport

Eisbaden ist wahrhaftig nichts für Warmduscher. Doch es lohnt sich, sich mit dem Bad im eisigen Wasser anzufreunden, da es viele Vorteile verspricht. Wer diesen Winter Eisbaden ausprobieren will, muss im Vorfeld aber einige wichtige Regeln bedenken.

Auf der ganzen Welt sieht man im Winter Menschen, die fast oder ganz nackt bei eiskalten Temperaturen im See schwimmen bzw. eisbaden gehen. Es bedarf schon einer gehörigen Portion Überwindungskraft, doch für Körper, Geist und Seele ist es in jedem Fall ein gesunder Frischekick.

Eisbaden: Wirkung und Vorteile

Eisbaden stellt, ähnlich wie der regelmäßige Gang in die Sauna, eine gute Möglichkeit dar, die Widerstandskraft des Körpers zu steigern. Das eisige Wasser regt die Durchblutung an, wodurch die Haut gestrafft und Giftstoffe besser abtransportiert werden. Personen, die regelmäßig ein Eis- oder Winterbad nehmen, profitieren durch die immunstärkende und abhärtende Wirkung und haben in der Folge weniger Probleme mit Temperaturschwankungen oder bekommen seltener einer Erkältung.

Zugefrorener See. Foto: Flickr/Sgoldandglimmer

Zugefrorener See. Foto: Flickr/Sgoldandglimmer

Kaum zu glauben, aber zudem werden beim Eisbaden körpereigene Glückshormone freigesetzt, was dem Kälteschock als auch der Selbstüberwindung geschuldet ist. Somit macht eisbaden nicht nur fit, sondern auch noch glücklich. Am besten, ihr probiert es diesen Winter mal selber aus.

Eisbaden Regeln: Was Anfänger beachten müssen


Training macht den Meister, das gilt auch für das Eisbaden. Anfänger oder Untrainierte sollten dringend vom direkten Sprung ins eiskalte Wasser Abstand nehmen, da es sonst gefährlich werden kann. So kann der plötzliche Temperaturabsturz den Blutdruck schlagartig in die Höhe jagen, was zu einer Atemblockade oder im schlimmsten Fall zu einem Herzstillstand führen kann. Gesundes eisbaden kann nur mit einer langen Vorbereitung und regelmäßigem „Training“ funktionieren. Für Anfänger ist tägliches Kaltduschen der erste Schritt zum Eisbaden oder man geht im Herbst möglichst öfter pro Woche ins immer kälter werdende Wasser. Beim ersten richtigen Eisbad im Winter, sollte man sich im Vorfeld gut aufwärmen (allgemeine Eisbad-Regel) und vorerst nur ein paar Sekunden im eiskalten Nass bleiben.

Wichtige Regeln zum Eisbaden

Wichtige Voraussetzung für das Eisbaden sind eine sehr gute Gesundheit, körperliche Fitness und das eben angesprochene Abhärtungstraining. Der etwas außergewöhnliche Wassersport sollte möglichst nur in flachen Gewässern und nie allein betrieben werden. So kann einem im Fall der Fälle schnell geholfen werden. Der Kopf und das Gesicht sollten beim Eisbaden nicht ins Wasser getaucht werden.

Selbstüberschätzung hat auch beim Eisbaden nichts verloren und sollte man nicht auf die Idee kommen, sich selbst oder anderen etwas zu beweisen, wie lange man es im kalten Wasser doch aushalten kann. Für eine gute Abhärtung und um in den Genuss der positiven Wirkungen des Eisbadens zu kommen, ist ein 2 bis 5 Minuten langes Eisbad – je nach Außentemperatur und körperlicher Verfassung, mehr als ausreichend. Danach ist der Wärmehaushalt erschöpft und die Körperinnentemperatur fängt an zu sinken.

Nach dem Eisbad: Was tun?

Ist der kalte Badespaß vorbei, trocknet man sich gründlich ab, hüllt sich in einen Bademantel o.ä. und reibt sich am besten schön warm. Nach dem Eisbad ist sehr zu empfehlen, sich und dem Körper nach der Extremsituation eine Ruhepause zu gönnen.

Eisbaden als Trendsport

Wer Eisbaden unbedingt mal ausprobieren will, findet in ganz Deutschland regelmäßige Gruppentreffen zum Winterschwimmen. Dort trifft man garantiert auf alte Hasen, die einem weitere wichtige Tipps zum Eisbaden geben. Auch wenn das Eisbaden schon eine jahrzehntelange Tradition ist, erfreut sich der extreme Wassersport in den letzten Jahren einer stetig wachsenden Anhängerschaft, was nicht zuletzt dem verstärkten Gesundheitsbewusstsein vieler Menschen zu verdanken ist. Somit kann man durchaus behaupten, das Eisbaden ein echter und zugleich gesunder Trendsport ist.


4 Responses to Eisbaden: Tipps und Regeln für den extremen, aber gesunden Trendsport

  1. Keyvan 19. Oktober 2011 at 12:28 #

    Man-Oh-man… Eisbaden hört sich ja ziemlich hart an. Ich glaube für mich ist das nichts. Den eiskalten Eimer Wasser nach der Sauna finde ich gut. Eisbaden wäre mir persönlich glaube ich dann doch zuviel.

    Aber mal schauen, vielleicht überwinde ich mich ja doch.

    Gruß,
    Keyvan

  2. Sebastian 22. Oktober 2011 at 22:45 #

    Respekt an alle Leute, die regelmäßig Eisbaden. Das ist echt nur was für Hartgesottene =).

  3. Fred 23. Oktober 2011 at 19:32 #

    Wäre mir auch zu unangenehm. Ich wohne zur Zeit in den Niederlanden und dort halten viele Leute jedes Jahr am Neujahrstag ein Bad in der Nordsee ab. Dies sind in der Regel keine Leute Die regelmässig ein Eisbad nehmen, aber es irgendwie doch übers Herz bringen.

  4. Stefan 29. November 2011 at 02:33 #

    Schöner Beitrag, allerdings kann man durchaus länger im Eiswasser verweilen. Meine übliche Trainingszeit sind 30 min., solange das Wasser noch flüssig ist. Dies ist jetzt meine 3. Saison. Zu empfehlen ist auf jeden Fall, es langsam angehen zu lassen und sich gut zu beobachten. Aus Sicherheitsgründen habe ich es aufgegeben, über Seen oder breite Flüsse zu schwimmen und bleiben lieber in Ufernähe! Nicht die Kälte ist gefährlich, sondern der Verlust der Kontrolle über Arme und Beine, ohne die sich das Schwimmen schwer macht …

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