Erlaubtes Schummeln: Wann Regeln beim Training gebrochen werden dürfen

Um im Training erfolgreich zu sein und einen effektiven Leistungsaufbau zu erzielen, braucht man Regeln, an die man sich zu halten. Denn ohne Disziplin geht auch im Sport Nichts. Doch hin und wieder ist Schummeln erlaubt. Wir zeigen euch, wann ihr im Training „betrügen“ dürft!

Manchmal fällt es einfach schwer, sich in den frühen Morgenstunden zum Joggen aufzuraffen oder manchmal gönnt man sich auch nach dem Workout eine kleine Nascherei. Recht so, denn hin und wieder kann es sinnvoll sein, wenn man im Training ein paar Schummeleien durchgehen lässt. Doch wann darf man ruhigen Gewissens mogeln?

Erlaubter Betrug: Gehen beim Joggen

Beim Laufbandtraining zeigt der Computer einen zu hohen Puls an, sodass eine Gehpause fällig ist. Hier braucht man kein schlechtes Gewissen zu haben, da eine kurze Schleich-Einlage beim Regenerieren hilft und man nach spätestens zwei Minuten wieder im alten Tempo weiterläuft. Somit ist man insgesamt länger unterwegs und es werden mehr Kalorien verbrannt, als wenn man das Lauftraining sofort abgebrochen hätte. Das gilt natürlich auch für alle Outdoor-Sportler. Denn gerade bei Hitze oder Höhentraining sind gehende Auszeiten selbst für Profis sinnvoll und empfehlenswert. Jedoch sollte pro 30-Minuten-Lauf nicht mehr als drei ruhige Abschnitte auftreten, da sonst der Anpassungseffekt an Ausdauer und Stoffwechsel auf der Strecke bleibt.

Erlaubter Betrug: Längere Pause im Training

Zwischenpausen beim Zirkeltraining, einer sehr effektiven Trainingsmethode, sind eigentlich nur 30 bis 60 Sekunden lang. Wenn man aber Kraftübungen für große Muskelgruppen wie Rücken oder Beine absolviert hat, darf die Ruhepause aber auch schon Mal doppelt so lang ausfallen. Auf diese Weise werden die folgenden Bewegungen auch weiterhin sauber ausgeführt.

Erlaubter Betrug: Verzicht auf Frühsport

Jeder von uns hat seinen ganz eigenen Biorhythmus. Dagegen anzugehen ist ungesund. Jeder sollte seine Trainingszeit so wählen, wenn man auf seinem höchsten Leistungspunkt am Tag angelangt ist. Demnach dürfen Morgenmuffel ihr Workout auch getrost auf später verlegen und noch eine Runde schlafen – insofern man das Training im Laufe des Tages nachholt.

Erlaubter Betrug: Schwung holen im Krafttraining

Wer Muskeln aufbauen will, sollte laut Experten maximal zwölf Übungswiederholungen pro Satz machen. Das pro Satz die Kräfte schwinden ist klar. Wenn entsprechend nach zehn sauberen zwei Wiederholungen folgen, die mit etwas Schwung ausgeführt wurden, ist das ab und zu auch in Ordnung. Dabei aber unbedingt darauf achten, dass die Gelenke nie überstreckt werden und der Schwung nicht zu heftig ausfällt.

Erlaubter Betrug: Kein Trinken beim Training

Wer vor und nach dem Kurs etwas Trinkt, braucht während dessen Workouts nicht unbedingt Flüssigkeit. 200 Milliliter rund 30 Minuten vor dem Sport sind ideal, danach dürfen es mindestens 300 Milliliter sein. Aber wenn es geht, kein Leitungswasser. Dieses enthält keine Mineralien. Besser ist ein Wasser mit einem Calcium-Magnesium-Verhältnis von 2 zu 1. Beim Schwitzen gehen die beiden Mineralstoffe in genau diesem Verhältnis verloren und werden dadurch wieder dem Körper zugeführt.

Erlaubter Betrug: Cool-down nach Sportkurs ausfallen lassen

Viele Sportkurse enden meist mit einer kurzen Baucheinheit. Dabei fährt der Körper automatisch runter, sodass ein zusätzliches Cool-down überflüssig ist. Aber natürlich gibt es keine Regel ohne Ausnahme. Denn gerade nach einer intensiven Ausdauereinheit, egal ob Spinning oder Tae Bo, müssen Puls und Atmung erst wieder beruhigt werden, bevor man den Kursraum verlässt. Andernfalls kann es zu Muskelkrämpfen oder Schwindelanfällen kommen.

Erlaubter Betrug: Geringere Gewichte benutzen

Generell gilt: Alle drei Monate das Trainingsgewicht steigern. Aber wenn man krank war oder urlaubsbedingt mit dem Krafttraining ausgesetzt hat, ist es ungesund, mit den gleichen Hantelscheiben wie vorher loszulegen. Stattdessen besser die Kilos beim Wiedereinstieg um 10 bis 20 Prozent reduzieren, damit Verletzungen oder Überlastungen vermieden werden.

Erlaubter Betrug: Naschen nach dem Training

Nach dem Krafttraining sind die Muskeln bis zu 20-mal mehr durchblutet, dieser Effekt kann maximal bis zu acht Stunden anhalten. Um besser zu regenerieren, sollten die leeren Glykogenspeicher in diesem Zeitraum bekanntermaßen wieder aufgefüllt werden. Natürlich gibt es gesündere Füllmittel als einen Schokoriegel und Co., jedoch kommt es beim Ab- und Zunehmen auf die Kalorienbilanz an. Sprich, wer beim Sport 600 Kalorien verbrennt, kann danach eine ganze Tafel weiße Schokolade verputzen, ohne dadurch wieder dicker zu werden. Doch die Nasch-Attacken nach dem Training sollten nicht zum Normalfall werden.

Erlaubter Betrug: Training verschieben

Wenn man von einem schweren Muskelkater heimgesucht wird, ist es völlig in Ordnung, wenn das Training mal verschoben wird. Schließlich kann der muskuläre Katzenjammer zu Fehlhaltung bei der Ausführung der Übungen kommen. Stattdessen kann man ruhigen Gewissens noch einen zusätzlichen Tag Pause machen.

Kennt ihr noch Situationen oder Momente, in denen beim Training schummeln erlaubt ist?


One Response to Erlaubtes Schummeln: Wann Regeln beim Training gebrochen werden dürfen

  1. Markus 20. September 2012 at 16:01 #

    Gerade beim „Schwingen“ muss ich dir recht geben. Als ich im Studio begonnen habe, wurde mir empfohlen mit 20 Wiederholungen pro Satz zu starten. Dies war aber eigentlich für mich als Anfänger zu viel und so wurde die Qualität der Wiederholungen immer schlechter und zum Ende war es nur noch ein Schwingen und Quälen

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