Fitbit One: Schrittzähler und Schlaftracker im Test

Das Aufzeichnen der eigenen Sportaktivitäten wird immer beliebter (Stichwort: Self Tracking). Bereits heute ist gefühlt jeder zweite Jogger mit Smartphone und Lauf-App unterwegs. Einen weiteren Schritt in Richtung Alltagstauglichkeit geht Fitbit mit dem Tracker The One™, den ich nun seit knapp zwei Wochen teste. Hinter dem unscheinbaren Gerät verbirgt sich ein Aktivitäts-Tracker, der tagsüber die zurückgelegten Schritte, Stockwerke, gelaufenen Strecken und den Kalorienverbrauch aufzeichnet und mit dem man nachts sogar den eigenen Schlafrhythmus überwachen kann.

Design & Befestigung

Der Fitbit One ist in den Farben Schwarz und Burgunderrot erhältlich. Im Vergleich zum Vorgängermodell Fitbit Ultra ist The One™ noch einmal geschrumpft und misst nun nur noch 48 x 19,3 x 8,65 mm. Mit nur 8 Gramm fällt The One™ überdies kaum ins Gewicht. Dank mitgeliefertem Clip (Silikonhülle) kann man den Fitbit One an Gürtel, Hosentasche oder BH befestigen, oder noch praktischer, einfach in die Hosentasche stecken. Die Befestigung mittels Clip ist sehr stabil, meine anfängliche Sorge dass ich den Fitbit One unterwegs verlieren könnte, war bisher unbegründet. Das Gerät ist allerdings so unscheinbar, man sollte nicht vergessen, es vor dem Waschen aus der Hosentasche zu entfernen. Der Fitbit One ist zwar spritzwassergeschützt, so dass Regen und Schweiß kein Problem sind. Laut Herstellerangabe ist der Fitbit One allerdings nicht wasserdicht und wird den Ausflug in die Waschmaschine vermutlich nicht überstehen.

Schritte zählen und mehr

Um die Gesundheit nachhaltig zu verbessern, sollte man täglich mindestens 10.000 Schritte gehen. Der durchschnittliche Büroangestellte schafft davon aber nur knapp 3.000. Auf dem kleinen aber gut ablesbaren Display werden in Echtzeit die bisher zurückgelegten Schritte des Benutzers angezeigt. Zum Schrittzählen verwendet der Fitbit One einen 3-Achsen-Beschleunigungssensor der sich auch von Ablenkungen, wie beispielsweise Schütteln, nicht manipulieren lässt.
Daneben wird auch die zurückgelegte Distanz auf Basis der gelaufenen Schritte berechnet. Eine Überprüfung der gelaufenen Strecke mittels GPS ergibt, dass der Schrittzähler relativ genau arbeitet. Dank Höhenmesser kann man sich auch die bewältigten Stockwerke anzeigen lassen. Eine Manipulation mittels Rolltreppe ist auch hier nicht möglich. Überdies zeigt der Fitbit One die bisher verbrauchten Kalorien an. Um Mitternacht werden die Werte zurückgesetzt, die Daten bleiben aber 23 Tage im Gerät gespeichert. Wer die Daten langfristig auswerten möchte, muss den Tracker regelmäßig mit der Website/App synchronisieren.

Einrichten der Website / App

Ganz entscheidend für alle Benutzer ist die Fitbit Website/App, denn hier laufen alle Daten zusammen. Hier muss man sich zunächst mit seinem Gerät registrieren und ein kostenloses Kundenkonto erstellen. Im Rahmen des Setups muss der User auch diverse Daten wie Körpergröße, Gewicht und Schrittweite eintragen, welche für die spätere Berechnung von Distanzen und Kalorienverbrauch herangezogen werden. Fortan werden alle Daten automatisch gespeichert, sobald man sich dem PC/Mac, Smartphone oder Tablet-Rechner auf bis zu sechs Meter nähert. Die Datenübertragung erfolgt mittels Bluetooths 4.0. Da ältere Rechner nicht unbedingt Bluetooth 4.0 unterstützen, ist ein USB-Dongle im Lieferumfang enthalten, welchen man für die Übertragung zum heimischen Computer nutzen kann. Die Daten werden vom Heimcomputer automatisch an das Fitbit Portal gesendet, wo diverse Online Statistiken einsehbar sind. Die Datenübertragung klappt im Test sowohl beim PC als auch beim Smartphone einwandfrei.

Mehr über das Schlafverhalten erfahren

Besonders spannend finde ich ja die Möglichkeit den eigenen Schlafrhythmus aufzuzeichnen – schließlich kriegt man vom eigenen Schlaf am wenigsten mit. Dafür muss man den Tracker aus dem Clip/Gummihülle herausnehmen und mittels mitgelieferter Manschette am Handgelenk befestigen. Mit Manschette zu schlafen ist zu Beginn ein wenig ungewohnt, insgesamt habe ich dies aber als wenig störend empfunden.

Durch längeres Drücken der Taste beginnt der Schlafmodus. Hierbei wird aufgezeichnet, wie lange das Einschlafen gedauert hat und wann und wie oft man sich nachts bewegt. Das Display ist natürlich zu klein für eine genaue Schlafauswertung. Hierfür muss man morgens den Fitbit One mit dem PC/Smartphone synchronisieren und erhält so interessante Einblicke in den eigenen Schlafrhythmus:

Das Gerät verfügt übrigens auch über eine Weckfunktion mittels Vibrationsalarm, so dass der Partner/die Partnerin nicht gestört wird. Den Wecker stellt man über die Website ein.

Nicht ganz korrekt ist, dass das Gerät bereits vor dem Aufstehen einige Schritte auf dem Display anzeigt. Meine Befürchtung, ich würde schlafwandeln, ist allerdings unbegründet. Auch andere Blogger/Tester berichteten davon. Die angezeigten knapp 60-80 Schritte kann man aber leicht vernachlässigen.

Motivationshilfe

Der Fitbit One bietet aber noch mehr als Aktivitäts- und Schlafmessung. Als Motivationshilfe wird auf dem Display eine Blume angezeigt. Diese wächst bei viel Bewegung, schrumpft dann aber auch wieder schnell zusammen und ist daher nur bedingt zur Motivationssteigerung geeignet. Auf der Website gibt es noch ein zusätzliches Belohnungssystem mit diversen Abzeichen. Wer beispielsweise 10.000 Schritte oder auch 10 Stockwerke am Tag schafft erhält dies. Überdies wird man per Email über das Erreichen eines Zieles informiert. Außerdem kann man sich in der Community mit anderen Fitbit-Nutzern vergleichen und sich gegenseitig bei den Laufaktivitäten übertrumpfen.

Eingabe der Lebensmittel

Ganz praktisch ist, dass man auf der Fitbit Website fortan alle Lebensmittel angeben kann, die man zu sich genommen hat und diese vom Programm einfach in Kalorien umgerechnet werden; der jeweilige Kalorienverbrauch wird einfach gegengerechnet. Was bei einigen früheren Testberichten kritisiert wurde, sind die fehlenden Übersetzungen. Dies ist aber mittlerweile geändert, die Lebensmittel/Kalorien wurden aus dem Englischen übersetzt.

Andere Sportaktivitäten

Da der Fitbit One primär ein Schrittzähler ist, können nur Aktivitäten, bei denen das Laufen im Vordergrund steht gemessen werden. Aktivitäten wie beispielsweise Yoga, Schwimmen oder Gartenarbeit werden nicht berücksichtigt. Es besteht aber die Möglichkeit, diese manuell inkl. Dauer einzutragen. Die verbrannten Kalorien werden dann vom System automatisch berechnet, oder man kann die Werte manuell eingeben.

Aufladen

Der Fitbit One hat einen sehr geringen Stromverbrauch, man muss das Gerät nur alle 1-2 Wochen aufladen (laut Herstellerangabe 1-mal pro Woche). Das Aufladen erfolgt über das mitgelieferte USB-Kabel und dauert ca. 2 Stunden.

Andere Geräte einbinden

Wer bereits Schritte, Schlafrhythmus und Lebensmittel mit dem Fitbit One trackt, möchte unter Umständen auch Gewicht, Körperfett und den Body-Mass-Index (BMI) aufzeichnen. Im Fitbit Account kann man die WLAN-Waage Aria vom gleichen Hersteller verknüpfen. Wer eine klassische Waage oder eine WLAN-Waage eines anderen Herstellers benutzt, muss die Werte allerdings manuell eintragen.

Kosten und Lieferumfang

Der Fitbit Fitnesstracker The One™ ist für etwa 99 Euro im Handel erhältlich. Im Lieferumfang sind neben dem eigentlichen Gerät auch noch ein USB-Dongle (für Bluetooth 4.0) sowie ein USB-Kabel (zum Aufladen) und der Clip zur Befestigung an der Kleidung enthalten. Die Nutzung des Webportals ist kostenlos. Möchte man seine Daten allerdings exportieren (CSV), benötigt man zusätzlich einen kostenpflichtigen Premium-Account für 45 Euro jährlich.

Fazit

Der Fitbit One ist definitiv eine Motivationshilfe für mehr Bewegung! Abends nach der Arbeit reicht mir ein kurzer Blick aufs Display. Wenn dann noch ein paar Schritte zum Tagesziel fehlen, steige ich schon mal spontan 1-2 Stationen früher aus der U-Bahn oder laufe noch ein paar Runden.

Zielgruppe sind alle, die Ihren Alltag aktiver gestalten möchten und sich mehr bewegen möchten. Eingefleischte Läufer werden aber weiterhin spezielle Lauf-Apps mit zusätzlichen Funktionen wie GPS, Geschwindigkeitmessung und Google Maps Kartenmaterial bevorzugen.

Der Preis von € 99 ist aufgrund der umfangreichen Tracking Funktionen – Laufen, Schlafen, Essen – gerechtfertigt. Punktabzüge gebe ich wegen der zugehörigen kostenpflichtigen Dienstleistungen. Der Export der eigenen Daten sollte meiner Ansicht nach kostenfrei sein.


2 Responses to Fitbit One: Schrittzähler und Schlaftracker im Test

  1. Hans Jürgen 13. Februar 2013 at 11:49 #

    bin ernsthaft am überlegen, Fitbit meinen Kunden als Motivationshilfe beim Übergewicht abnehmen anzubieten.
    Danke für den jetzt schon zweiten sehr informativen Beitrag darüber. Die kostenpflichtige Variante sehe ich positiv. Zum Einen kommt man dann in der Community mit potentiellen „Leidensgenossen“ zusammen und kann die Gruppendynamik nutzen, zum anderen hilft es vielleicht, mit diesen Ausgaben auch lange durchzuhalten und das Gerät zu nutzen. Gut ist dieser Höhenmesser, das motiviert vielleicht mehr die Treppe zu nehmen. Die deutsche Lebensmittel Datenbank ist wohl jetzt auch Standard.

  2. Sebastian 28. Juli 2014 at 11:04 #

    Hi,

    super Testbericht. Der Bericht hat mich dazu bewegt, mir auch dieses kleine Gadget zuzulegen. Heut kam er per Post und lädt grad. Ich bin total gespannt, wie sich der kleine auf meine Motivation auswirkt.

    Danke für den ausführlichen Bericht! Ich war bei dem Preis ja doch etwas skeptisch.

    Viele Grüße!

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