Footvolley: Sandiger Trendsport mit rebellischen Wurzeln

Nach dem Anpfiff gilt für die Footvolley-Spieler „Das Runde muss übers Netz“. Denn bei dieser Trendsportart aus Brasilien verbinden sich Fußball und Beachvolleyball auf ganz neue Weise. Das Ergebnis ist eine unterhaltsame Sandsportart mit exotischem Flair, der zudem fit hält.

Footvolley: Ein Sport nicht nur für Männer/©flickr/asaf-keisar

Footvolley: Ein Sport nicht nur für Männer/©flickr/asaf-keisar

Sun and Fun versprechen die ersten warmen Sonnenstrahlen nicht nur in der Freizeit. Denn aus Brasilien ist eine neue Trendsportart auf dem Vormarsch. „Futevolei“ – das ist Fußball übers Netz und Volleyball ohne Handspiel. Klingt verrückt, ist es auch.

Aus Protest zum Footvolley

Kein Fußball mehr an Rios Stränden, so hieß die polizeiliche Anweisung in den 60er Jahren. Und so belegten die Sportler die Beachvolleyballfelder mit Beschlag und begannen aus Protest, Footvolley zu spielen. In einem Match Zwei gegen Zwei wird der Ball auf einem normalen Volleyballfeld über ein 2,20m hohes Netz gespielt. Handspiel ist dabei völlig tabu – schließlich hat Footvolley seinen Ursprung im Fußball! Der Ball darf ausschließlich mit Fuß, Oberschenkel, Brust, Schulter und Kopf gespielt werden. Nach maximal drei Kontakten sind die Gegner am Zug, dabei darf ein Spieler nicht zweimal direkt hintereinander den Ball spielen. Also genau wie beim Volleyball.

Trendsportart mit hohem Trainingseffekt

Natürlich interessiert auch, welchen Trainingseffekt Footvolley hat. Eins vorweg: Der beliebten Trendsport macht nicht nur Spaß, sondern ist auch sehr effektiv. Jeder, der schon einmal versucht hat, im Sand zu sprinten, weiß, wie schwer das ist. Doch beim Footvolley könnt ihr nicht nur eure Stabilität, Koordination und Kondition verbessern, sondern obendrein bekommt man auch ein besseres Ballgefühl. Ein gewisses Faible für das Runde sollten Einsteiger darum mitbringen und ein bisschen Talent und Können im Umgang mit einem Ball sollte auch vorhanden sein. Denn damit überhaupt Ballwechsel zustande kommen sind Technik und Körperbeherrschung im Sand gefragt, wobei echte Könner auch Fallrück- oder Seitfallzieher drauf haben. Wer mit dem Ball dagegen nicht viel anfangen kann und ohnenin mit Fußball nicht viel am Hut hat, wird nicht sonderlich viel Freude und Spaß beim Footvolley erfahren. Das muss fairerhalber auch erwähnt werden. Aber: Im Gegensatz zum klassischen Fußball ist die Verletzungsgefahr deutlich geringer, denn Zweikämpfe zwischen den Spielern entfallen völlig.

Wettkämpfe und Ansprechpartner in Deutschland

Seit 2003 ist auch Deutschland mit einem Team im internationalen Footvolley aktiv. Krefeld, Köln und Düsseldorf waren in den letzten Jahren bereits Schauplätze von Wettkämpfen des Deutschen Footvolleyverbandes. Sein Ziel ist es, den spaßbereitenenden Ausdauersport in Deutschland noch bekannter zu machen. In Berlin, Leipzig, Düsseldorf und Frankfurt finden Interessierte Ansprechpartner und mehr Informationen zu der sandigen Sportart. Es bleibt abzuwarten, ob sich der Trend durchsetzt, wobei in Brasilien aufgrund der klimatischen Bedingungen deutlich bessere Voraussetzungen herrschen als hierzulande. Aber da sich auch Beachvolleyball in Deutschland trotz langer, kalter Winter schon längst etabliert hat – schließlich ist Indoor-Beachvolleyball eine sehr beliebte Alternative – könnten auch in künftig mehr und mehr deutsche Fußballcracks ihr technischen Finessen und Raffinessen unter Beweis stellen. Egal ob in der Halle oder am Strand. Zu wünschen wäre es der exotischen Sportart, die so geschickt eine männerdominierte Sportart mit dem bei Frauen beliebten Beachvolleyball kreuzt.


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