Wer auf der Suche nach einem neuen Trainingspan für sein Krafttraining ist, sollte mal das „Hatfield Trainingssystem“ ausprobieren. Hierbei werden innerhalb eines Satzes die Wiederholungen verändert. Was das soll und wie so ein Krafttraining aussieht, könnt ihr im Folgenden nachlesen.

Dr. Frederick Hatfield, besser bekannt als Dr. Squat (Kniebeuge), ist mehrfacher Weltmeister im Kraftdreikampf. Auf der Suche, wie man am schnellsten Kraft und Muskeln aufbauen kann, hat er ein besonderes Trainingssystem entwickelt. Dabei warf er all sein Wissen und Erfahrung in einen Topf und das Ergebnis ist das Hatfield-Trainingssystem.

Weltweit haben schon viele Athleten nach diesem System trainiert und große Erfolge gefeiert. Doch was ist das Besondere am Hatfield-Trainingssystem?

Bestandteile der Muskeln sehr wichtig

Dabei gilt folgende Annahme: Der Muskel besteht aus vielen verschiedenen Bestandteilen. Vereinfacht gesagt, aus den festen Bestandteilen der Zelle selbst und aus eingelagerten Bestandteilen, wie dem Zucker oder den Fetten. Beide haben Einfluss auf die Größe der Muskelzelle sowie deren Leistungsvermögen. Da die Bestandteile der Zelle so unterschiedlich sind, reagieren sie auch auf unterschiedliche Trainingsreize.

Die für die Bewegung des Muskels zuständigen Eiweißfäden wachsen bei intensiven, eher kurzen Belastungen (8 bis 15 Wiederholungen). Die Zuckerdepots in der Muskelzelle vergrößern sich hingegen durch längere, moderate Belastungen. Um maximales Muskelwachstum zu erreichen, sind demnach verschiedene Reize beim Krafttraining ideal. Die Komponente, die den größten Teil des Wachstums ausmacht, sollte auch am intensivsten trainiert werden. Nur so können sich die Muskeln ganzheitlich entwickeln.

Bei Hatfield werden alle Muskelfasertypen pro Übung angesprochen

An sich keine revolutionäre Annahme, da wir in regelmäßigen Abständen die Wiederholungszahl beim Krafttraining (Periodisierung) verändern. Der Unterschied zum Hatfield Trainingssystem: Man wechselt nicht wie beim klassischen Krafttraining alle 6 bis 12 Wochen, sondern innerhalb jeder einzelnen Übung.

Auch die unterschiedlichen Muskelfaserarten finden beim Hatfield Trainingssystem Berücksichtung. Dabei werden schnelle, mittlere und langsame Fasern unterschieden. Jeder Muskel besitzt alle drei Fasertypen. Die schnellen und mittleren Muskelfasern versprechen das größte Wachstumspotential. Die Anstrengung der unterschiedlichen Muskelfasern erfolgt über langsam oder schnell leitende Nervenbahnen.

Training nach Hatfield

Daraus folgert Dr. Squat: Neben der Wiederholungszahl muss für optimale Ergebnisse auch die Bewegungsgeschwindigkeit variieren. Jedem Wiederholungsbereich ist somit auch eine bestimmte Bewegungsgeschwindigkeit zugeordnet.

Anhand des folgenden Beispiels könnt ihr sehen, wie das Hatfield Trainingssystem in der Praxis auszusehen hat.

  • Sätze 1 und 2 – 4 bis 6 Wiederholungen – explosive Geschwindigkeit
  • Sätze 3 und 4 – 12 bis 15 Wiederholungen – normale Geschwindigkeit
  • Sätze 5 und 6 – 20 bis 25 Wiederholungen – langsame Geschwindigkeit

Aufgrund der vielen Sätze pro Übung werden beim Hatfield Trainingssystem weniger Übungen absolviert, als normalerweise üblich. Wie viele Übungen ihr letztlich in das Training nach dem Hatfield System einbaut, hängt von der der Trainingserfahrung sowie der Regenerationszeit ab.

Generell richtet sich die Trainingsmethode eher an erfahrene und fortgeschrittene Kraftsportler. Und wer auf der Suche nach etwas Abwechslung und guten Reizen für die Muskeln ist, sollte mal nach Hatfield trainieren.

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