Krafttraining: Leistungssteigerung durch Selbstgespräche

Heute wollen wir mal in die psychologische Trickkiste greifen und uns dem Thema Leistungssteigerung durch Selbstgespräche widmen. Denn auch beim Krafttraining können diese sehr hilfreich und vor allem effektiv sein.

Jeder von uns, insofern man regelmäßig mit schweren Gewichten trainiert, hat bestimmt seine eigenen Rituale, um sich auf einen bevorstehenden Satz vorzubereiten. Die einen schließen die Augen und konzentrieren sich, andere versuchen sich mit bestimmter Musik zu pushen oder ohrfeigen sich selbst. Ob diese Techniken von Nutzen sind, muss wohl jeder für sich selbst bestimmen. Doch eins steht auf jeden Fall fest: positive Selbstgespräche a la Powergespräche können uns in Sachen Leistungssteigerung unterstützen.

Leichtathleten machen es vor
Durch das Reden mit sich selbst, können wir uns nicht nur körperlich auf die bevorstehende Anstrengung vorbereiten, sondern auch noch psychologisch. Und mentale Vorbereitung, die man mit am besten bei Leichtathleten verfolgen kann, wenn sie vor einem Sprung, Wurf oder Sprint vor sich hinbrabbeln, stärkt den Glauben an den Erfolg und sorgt für eine verbesserte Leistung der Muskulatur.

Negative Sätze destruktiv
Doch Selbstgespräch ist nicht gleich Selbstgespräch. Es ist natürlich wenig hilfreich, wenn man sich im Vorfeld sagt, ‚140 kg drück ich doch niemals’. Das ist destruktiv und mindert eher die Leistung. Das Gespräch mit sich selbst muss natürlich positiv behaftet sein. Und hierbei kann man zwei unterschiedliche Formen unterscheiden.

Einmal das instruierende Selbstgespräch und zum anderen das motivierende Selbstgespräch.

Das instruierende Gespräch richtet sich auf die Technik, den Bewegungsablauf. Worauf ist zu achten? Was ist zu bedenken? Beim Bankdrücken beispielsweise an das Ausatmen während der überwindenden Phase denken: „Und schön ausatmen beim Hochdrücken“, könnte der Satz lauten.

Das motivierende Selbstgespräch erklärt sich von selbst. Hier sind positive Gedankengänge angesagt: „140 kg – das schaffe ich auf jeden Fall!“ oder „Das Gewicht hau ich weg“, zum Beispiel.

Unterschiedliche Untersuchungen haben bewiesen, dass beide Formen von Selbstgesprächen die Leistung positiv beeinflussen. Auch wenn die prozentuale Verbesserung gering sein mag, ist es auf jeden Fall hilfreich. Am besten, ihr probiert es beim nächsten Krafttraining mal aus.

Dabei könnt ihr beide Formen, also das instruierende und das motivierende Selbstgespräch, ausprobieren und entscheiden, welches euch besser liegt. Und den Maulkorb lasst ihr einfach in der Umkleidekabine.


3 Responses to Krafttraining: Leistungssteigerung durch Selbstgespräche

  1. Dani 25. September 2009 at 19:35 #

    Ich denke durchaus das positive Sätze einen pushen können. Jedoch muss man sich auch dann auf die Blicke der Trainingskollegen gewöhnen 🙂

  2. Freimut-Johannes 9. Oktober 2009 at 13:02 #

    Toller Artikel!

    Wenn man das Selbstmotivieren dann noch mit passender schneller Musik kombiniert, kriegt man es mit der sogenannten Aktiv-Wach-Trance zu tun. Die hat nichts mit psychedelischen Drogen zu tun, sonden ist eher ein Gemütszustand, der einen z.B. die Trainingszeit viel kürzer wahrnehmen lässt.

    Spannende Thematik, arbeite mich da zurzeit sehr intensiv durch!

  3. Alex 2. Februar 2010 at 18:31 #

    Deine Seite ist der absolute Megahammer! Ich habe zwar schon sehr viel über Sporttheorie gelesen, aber hier gibts einfach immer wieder was neues! Vielen Dank!
    Alex

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