Laufschuhe: Wohin geht der Trend? Weniger Dämpfung und Co. ist besser!

Die Sportartikelhersteller stopfen einiges an Technik in Laufschuhe. Vor- und Rückfußdämpfung, Pronationsstütze usw. Doch der aktuelle Trend ist rückläufig und geht weg von der Technik. Gut so. Denn die Zukunft heißt Barfuss-Schuhe, die ein natürliches Laufgefühl vermitteln wollen. Worauf ist zu achten?

Mutter Natur hat uns eigentlich schon bestens zum Laufen ausgestattet. Denn der Fuß ist ein clever konstruiertes Meisterwerk, das bereits drei Dämpfungssysteme besitzt. Das Fußgewölbe gibt beim Auftreten nach, zudem federn Wadenmuskeln, Knie und Fußgewölbe bei jedem Schritt und dann gibt es noch einen dritten Dämpfungsmechanismus. Schließlich drehen wir beim Aufsetzen im Knöchelbereich leicht nach innen.

Kontraproduktiv: Zuviel Technik im Laufschuh schadet

Doch viele Sport- und Laufschuhe sorgen durch ihr hohes Maß an technischer Ausrüstung dafür, dass unsere Füße beim Joggen oder normalen Gehen nicht mehr so gefordert werden. Die Folge ist, dass sich die Fußmuskulatur nicht weiter entwickelt. Im Gegenteil, sie baut ab. Dieses „Phänomen“ führt zu schmerzhaften Problemen und ist schon längst ein Volksleiden.

Dicke Sohlen und Fersenerhöhung machen die Fußmuskeln und Wade fast arbeitslos. Die Füße werden in eine unnatürliche Position gezwängt, vor allem in Schuhmode der Damen, und schwächen ab. Das angeborene Dämpfungssystem ist nicht mehr in der Lage, seine Arbeit zu verrichten. Es kommt zu Überlastungen und Beschwerden in den Achillessehnen, Unterschenkeln und Knien.

Tipp: Wie finde ich den richtigen Laufschuh?

Vorerst hat die Sportindustrie in die Laufschuhe noch mehr Dämpfungssysteme und Stützen in die Laufschuhe untergebracht. Doch die Schmerzen blieben und die körpereigenen Dämpfungssysteme bildeten sich immer weiter zurück. Und wieder wurden weitere dämpfende Systeme in die Laufschuhe verarbeitet. Der Beginn eines Teufelskreises.

Doch ganz ohne Laufschuhe geht es nicht, es sei denn man wohnt am Strand oder geht nur auf Rasen joggen. Für „unnatürlichen“ Laufuntergrund wie Asphalt oder Schotter sind unsere Füße jedoch nicht gemacht. Daher sind Laufschuhe Pflicht. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass die Laufschuhe so wenig Dämpfung und Stützung wie möglich und so viel wie nötig haben. Nicht auf die Technik achten und sich vom erfahrenen Personal beraten lassen. Auch eine Laufbandanalyse sowie die Bodenbeschaffenheit der Laufstrecke können als wichtige Kauf-Ratschläge dienen.

Laufen wie barfuss: Trend geht zu leichten Laufschuhen

Bei Laufschuhen mit hohen, weichen Fersenerhöhungen sollte man vorsichtig sein. Sie können schnell zu Überlastungen der Achillessehne führen. Zudem haben solche mit Technik vollgestopften Laufschuhe immer ein nicht zu unterschätzendes Eigengewicht, welches den Laufstil negativ beeinflussen kann.

Glücklicherweise ist diesbezüglich ein Trend zu sehen, den Laufschuhhersteller aufgegriffen haben: Je leichter der Laufschuh, desto besser. Neben den klassischen Laufschuhen werden regelrechte „Fußtrainer“ auf den Markt gebracht, die weitestgehend auf Dämpfung und Stützung verzichten und ein barfußähnliches Auftreten und Abrollen ermöglichen. Gute Beispiele sind der „adidas Fluid Trainer“ oder „Nike Free“.

Allerdings dauert es meist ein bisschen, bis man sich auf die Schuhe gewöhnt hat. Ein Schuh dieser Art ist anfangs eher als Straßenschuh geeignet, weniger als Laufschuh. Zudem sollte man vorerst nur kurze Strecken mit „Barfuss“-Laufschuhen absolvieren. So werden Muskelkater und Überlastungen vermieden.

Fazit

Unsere Füße sind technische Meisterwerke. Eingezwängt in nicht funktionelle Schuhe können sie jedoch kaum mitarbeiten. Daher lohnt es sich bei der Auswahl der Schuhe ganz genau hinzuschauen. Mehr Technik bedeutet nicht automatisch, dass die Füße besser arbeiten können. Von der richtigen Schuhwahl profitiert der eigenen Laufstil und letztendlich auch die Laufgeschwindigkeit. Nebenbei sinkt auch das Verletzungsrisiko – typische Läuferbeschwerden haben weniger Chancen.


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