Nasenpflaster verbessern Atmung nicht

Hin und wieder begegnet man beim Joggen noch Personen, die auf ihrer Nase ein Pflaster zu kleben haben. Das so genannte Nasenpflaster, was ja angeblich die Atmung verbessern soll. Doch effektiv sind sie nicht!

Das vor allem Ausdauersportler auf eine gute Sauerstoffzufuhr angewiesen sind, ist keine Neuigkeit. Doch wer glaubt, dass sich durch den Einsatz eines Nasenpflasters die Atmung verbessert, der ist auf dem Holzweg. Nasenpflaster sind nicht nur aus ästhetischer, sondern auch aus sportwissenschaftlicher Sicht wenig hilfreich.

Vernichtende Erkenntnis
Entsprechende Ergebnisse lieferten eine Untersuchung an der Deutschen Sporthochschule Köln. Hier kam man zum Ergebnis, dass Nasenpflaster keinen Einfluss auf das Atemvolumen haben – „nicht einmal drei Stellen hinter dem Komma“, erklärte Sportwissenschaftler Ingo Froböse. Eigentlich auch logisch. Zwar wird die Nasenöffnung mechanisch geweitet, doch die Lungenkapazität wird dadurch nicht verbessert.

Nasenpflaster bei Atemproblemen
Unter gegebenen Voraussetzungen würden Nasenpflaster beim Ausdauersport vielleicht Sinn ergeben. Wer zum Beispiel eine gekrümmte Nasenscheidewand, unter angeschwollenen Nasenschleimhäuten aufgrund einer allergischen Reaktion oder sonstige Atemprobleme leidet, könnte über den Einsatz nachdenken. Ob sie jedoch was bringen, ist mehr als zweifelhaft. Dem einen oder anderen könnte vielleicht der Placebo-Effekt zur verbesserten Atmung verhelfen.

In der Bundesliga gescheitert
Das Nasenpflaster-Phänomen trat übrigens erstmals Ende der 90er auf, als einige Fußballer in der Bundesliga ihren Riechkolben damit schmückten. Doch durchgesetzt haben sich Nasenpflaster nie. Und der Einsatz beim Fußball war sowieso zum Scheitern verurteilt. Schließlich machen Nasenpflaster natürlich nur dann Sinn, wenn man durch die Nase atmet. Und da beim Fußball die Anstrengung meist im anaeroben Bereich liegt, wird der vergrößerte Sauerstoffbedarf durch die Mundatmung abgedeckt.

Doch treue Nasenpflaster-Träger können sich einer Sache sicher sein: Der Einsatz von Nasenpflastern ist zumindest nicht schädlich – wenn man nicht unbedingt dreimal täglich im Smog von Peking joggen geht.


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  1. Blogschau | Kurznews: Chefärztin verschickt anonyme Briefe, Computerspiele die Drogen der Jugendlichen, Gesundheitsmessen ... - 9. August 2009

    […] Aktivblog: Laut dem Aktivblog machen sie das nicht. Ich habe mich sowieso immer gefragt, wer solche Nasenpflaster trägt? Aber manchmal hilft der Glaube ja mehr, als der reale Effekt. […]

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