Sojaprotein: Kein negativen Einfluss auf Muskelaufbau

Eiweiß und Muskelaufbau gehören zusammen. Entsprechend sind Eiweißpräparate in Form von Shakes etc. sehr beliebt. Doch es gibt auch Eiweiß-Vertreter, die bei einigen Athleten einen schlechten Ruf haben. Wie das Sojaprotein. Denn das senke den Testosteronspiegel, lautet die häufige Meinung. Aber stimmt das wirklich?

Sojaeiweiß ist das hochwertigste pflanzliche Eiweiß überhaupt. Seine biologische Wertigkeit ist vergleichbar mit der von Milch, Fleisch oder Eiern. Viele für den Muskelaufbau besonders wichtige Aminosäure sind hier zahlreich enthalten: die BCAAs als Hauptbestandteil der Muskulatur, das mit der Wachstumshormonausschüttung in Verbindung stehende Arginin sowie das Glutamin.

Studien beweisen positive Wirkung
Studien mit Breiten- und Spitzensportlern haben gezeigt, dass ein Sojaeiweißkonzentrat genauso wirksam ist wie ein gleich dosiertes Molkenproteinkonzentrat, wenn es um das Thema Aufbau von Muskelmasse geht. Doch die Vorurteile bleiben bestehen. Aber warum nur? Die Antwort liefert das Phytoöstrogen.

Angst wegen Phytoöstrogen
Was Sojaeiweiß für den Muskelaufbau ungeeignet machen soll, sind die enthaltenen Phytoöstrogene. Das sind Stoffe, die in ihrer Struktur dem weiblichen Geschlechtshormon Östrogen ähneln. Dadurch können sie sowohl im weiblichen als auch im männlichen Körper entsprechend wirken. Östrogen speichert Wasser, begünstigt die Fetteinlagerung und senkt letztendlich den Testosteronspiegel. Klar, dass das bei Athleten, die Muskeln aufbauen wollen, die Alarmglocken läuten lässt. Doch ganz so einfach ist es nicht.

Denn genau die Phytoöstrogene können auf der anderen Seite den Testosteronspiegel anheben. Wie der Körper genau reagiert, ist leider nicht genau vorhersehbar und abhängig von einer Vielzahl von Faktoren, vor allem genetischer Natur.

Variante Nummer 1:
Phytoöstrogene ersetzen das natürlich im männlichen und weiblichen Körper vorkommende Östrogen. Daraufhin reduziert der Körper seine eigene Östrogenproduktion und steuert mit einer vermehrten Testosteronausschüttung dagegen. Das hat wiederum positive Folgen für den Muskelaufbau und die Fettverbrennung.

Variante Nummer 2:
Phytoöstrogene wirken zusätzlich zum körpereigenen Östrogen. Dadurch wird der Östrogenspiegel steigen und die Testosteronausschüttung gesenkt.

Soweit zur Theorie. Eine entscheidende Anmerkung ist, dass diese Beobachtungen nur bei einer extrem hohen Dosierung reiner Phytoöstrogene gemacht wurde. Diese Menge allein durch Sojaprodukte zu decken, ist schier unmöglich.

Bahn frei für Sojaproteine
Zudem landen bei der Herstellung von Sojaproteinkonzentraten kaum Phytoöstrogene im Endprodukt. Nahezu frei davon sind die höherwertigen Sojaproteinisolate. So ergaben Langzeitstudien: Sojaproteinkonzentrate haben keinen negativen Einfluss auf den Testosteronspiegel.

Also, wer während der Muskelaufbauphase seinen Körper zusätzlich mit hochwertigen Eiweißen versorgen will, kann bedenkenlos auf Sojaprotein vertrauen.


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