Sportsucht: Runner’s High und wann bin ich süchtig? Was kann ich dagegen tun?

Sport und Bewegung ist gesund. Doch wer es mit dem Training übertreibt, tut seiner Gesundheit nicht immer etwas Gutes. Vor allem wenn der Sport zur Sucht wird, droht in vielerlei Hinsicht Gefahr. Doch ab wann bin ich sportsüchtig und was kann man dagegen tun? Im Folgenden findet ihr ein paar Tipps und Verhaltensregeln, damit das Trainieren nicht krank macht.

Es gibt viele Menschen, die mit Sport herzlich wenig anfangen können und auf das angestaubte Motto: „Sport ist Mord“ setzen. Gepredigt wird das meisten von Sportmuffeln, die sich am liebsten vorm TV auf der Couch aalen. Doch dabei ist auch ein Funken Wahrheit am Motto, dass vom einstigen britischen Premierminister Winston Churchill stammt, dran.

Übertriebener Eifer kann zu Sportsucht führen

Denn der gesundheitliche Aspekt von Laufen, Fitness und Co. kann sich schnell ins Gegenteil verkehren, wenn das Training von übertrieben Eifer und Ehrgeiz geprägt ist. Und bevor man es überhaupt mitbekommt, wird das gut gemeinte Training zur Sucht. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Jagd nach dem Läuferhoch – auch Runner’s High genannt.

Vorsicht bei der Jagd nach dem Runner's High Foto: Flickr by auburnxc

Vorsicht bei der Jagd nach dem Runner’s High Foto: Flickr by auburnxc

Gefahr des Runner’s High

Hierbei kommt es zu einer euphorisierenden Wirkung während des Joggings, die nach einer bestimmten Dauer und Intensität eintritt. Jeder, der schon einmal einen Runner’s High erlebt hat, kennt das Gefühl, wenn das Laufen ganz ohne Anstrengung erfolgt und man quasi ewig weiterlaufen könnte. Für viele Läufer ist dieser Zustand ein anzustrebendes Trainingsziel, das aber nicht jeder erreichen kann. Zudem ist die körperlicher Anstrengung, die bis zum Runner’s High erbracht werden muss, individuell verschieden.

Dass der Runner’s High ein schönes Gefühl ist, kann sich jeder denken. Aber dabei besteht auch die Gefahr der Suchterscheinung. Denn was passiert, wenn der Runner’s High mal ausbleibt? Und das kommt nicht gerade selten vor. Jeder, der auf die euphorisierende Wirkung des Runner’s High hintrainiert verliert so das befriedigende Gefühl, die eigentlich durch die körperliche Leistung eintritt. Am Ende wird immer öfter und länger trainiert, um endlich diesen Zustand zu erreichen. Und schon unterliegt man der Sportsucht.

Wann bin ich sportsüchtig?


Doch woran kann man selber erkennen, dass man sportsüchtig ist? Hier spielt das persönliche Umfeld eine große Rolle. Anders als bei Drogensüchtigen, findet der Sport nicht in der Verborgenheit statt und wenn Freunde oder Familien auf den übertriebenen Zeitaufwand für Sport aufmerksam machen, sollte man diese Hinweise durchaus ernst nehmen.

Folgen der Sportsucht

Bei Sportsucht drohen aber vor allem physiologische Konsequenzen. Auf körperliche Warnsignale wird nicht reagiert und über Verletzungen hinaus trainiert. Nicht selten versuchen Fanatiker, mit noch mehr Sport Schmerzen zu kompensieren. Dadurch drohen chronische Verletzungen. Dabei kann die Sportsucht auch zu einer einseitigen Belastung im Krafttraining führen, wenn man immer nur bestimmte Muskelgruppen trainiert und andere vernachlässigt. Insbesondere wird die Rumpfmuskulatur außer Acht gelassen.

Läufer sollten einen langsamen Einstieg wählen und im Training für ausreichend Abwechslung sorgen (beispielsweise durch Fahrradfahren). Im Fitnesstraining, welches großes Suchtpotenzial besitzt, sollte der Trainingsplan von einem Trainer zusammengestellt werden, der alle Muskelgruppen anspricht.

Falls ihr Erfahrungen oder Tipps im Umgang mit der Sportsucht habt, dann einfach als Kommentar mitteilen.


One Response to Sportsucht: Runner’s High und wann bin ich süchtig? Was kann ich dagegen tun?

  1. Yogi 14. Dezember 2010 at 10:32 #

    Na da bin ich ja froh nicht süchtig zu sein. Ansonsten ein interessanter Artikel.

    Grundsätzlich sollte man nie gegen sein Körper/Bauchgefühl trainieren, denn Verletzungen gerade im Ausdauerbereich können irgendwann chronisch werden. Weniger ist manchmal oder oft mehr.

    Grüße aus Oberhausen, Yogi

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