Strom mit dem Crosstrainer erzeugen? Möglich im Gold’s Gym in Berlin

Warum besuchen wir Fitnessstudios? Neben dem gesundheitlichen Aspekt spielt dabei sicherlich auch die persönliche Eitelkeit eine große Rolle. Es ist halt einfach schöner, wenn man schlank und durchtrainiert ist. Doch in Berlin geht man jetzt auch ins Fitnessstudio, um sein Handy oder MP3-Player aufzuladen. Wie? Ganz einfach, indem Muskelkraft in Elektrizität umgewandelt wird.

Die Idee ist so banal, dass man schon längst hätte darauf kommen müssen. Warum nicht die durch die Trainingsbewegung entstandene Energie in Strom umwandeln? Rene Eick, Studiobesitzer des Gold’s Gym im Prenzlauer Berg, hat sich mit dieser Thematik befasst und nach monatelangem Tüfteln erste Ergebnisse erzielt.

Crosstrainer © Flickr by dolphy2059

Crosstrainer © Flickr by dolphy2059

Erzeuge deinen eigenen Strom
Seit Anfang Oktober sind alle Fahrradergometer und Crosstrainer in seinem Fitnessstudio so konzipiert, dass der MP3-Player oder das Handy mit seiner eigenen körperlichen Energie aufgeladen werden kann. Entsprechend wurde an jedes Cardiogerät eine Autosteckdose installiert, über die der selbst erzeugte Strom über Handy-Aufladkabel oder USB-Kabel persönlich verwertet werden kann. Herkömmliche Fitnessgeräte sind bislang mit Generatoren bestückt, die einen Widerstand erzeugen. Gegen diesen müssen wir auf dem Crosstrainer, Stepper oder Fahrradergometer im Schweiße unseres Angesichts ankämpfen. Und darüber, dass die aufgebrachte Energie dabei einfach verpufft, habe ich mir nun wirklich noch keine Gedanken gemacht.

Auch Mitglieder profitieren
Doch scheinbar strampeln und steppen die Mitglieder im Gold’s Gym so eifrig, dass durch die so gewonnene Energie sogar Teile der Studiobeleuchtung betrieben werden können. Das macht nicht nur Studiobesitzer Eick glücklich, der sich über eine geringere Stromrechnung freuen darf während Vattenfall, Eon und Co. in die Röhre gucken. Denn auch die Mitglieder können sich ihre erzeugte Wattleistung nach jedem Workout in einen extra eingeführten Energiepass eintragen lassen. Das fördert nicht nur die Motivation, schließlich will man immer mal wieder eine neue Bestleitung erzielen, sondern es sind auch bestimmte Vergünstigungen für die Mitglieder geplant. Ob gratis Teilnahme an einem Fitness-Kurs oder günstigere Monatsbeiträge, ist vorerst noch ungewiss.

Erinnerung an Dynamo
Durch eigene Bewegung Energie zu erzeugen, kennen die meisten wahrscheinlich nur vom Fahrradfahren. Doch die klassischen Dynamos sind ja mittlerweile auch immer mehr denn batteriebetriebenen Fahrradleuchten gewichen. Es wäre schön, wenn die Umsetzung von Herrn Eick Schule machen würde. Schließlich geht das Thema Umwelt uns alle an. Das sich der ehemalige Raumfahrttechniker seine Idee hat patentieren lassen, ist dabei ganz verständlich. Genauso wie den Namen „Green Gym“.

Tanzend Strom produzieren
In den Niederlanden gibt es übrigens schon seit etwas längerer Zeit eine ähnliche Form des Umweltschutzes. So wandelt in einer Diskothek in Rotterdam der Schwingboden auf der Tanzfläche die Bewegung der tanzenden Masse in Strom um. Da bietet sich doch mal die Einführung eines grünen Tages ein. Erst zum Öko-Training nach Berlin und dann zum Abfeiern nach Rotterdam.

Aber wahrscheinlich gibt es bald überall in Deutschland und Europa solche Orte der Energiegewinnung. Ich würde es zumindest sehr begrüßen.


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  1. doppelt guter vorsatz - 4. Januar 2010

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