26 Jan 2012
Sie sind die Vampire der Fitnessszene: Sportler, die zu später Stunde noch ihr Workout absolvieren, während die meisten höchstens vom Joggen oder Krafttraining träumen. Doch ist Training vor dem Schlafen gehen überhaupt gut? Und gibt es irgendwelche Vor- oder Nachteile? Ja, die gibt es!
Heutzutage ist es kein Problem mehr, sein Training spät abends und kurz vor dem Schlafen gehen zu absolvieren. Schließlich wächst das Angebot von Fitnessstudios, die rund um die Uhr geöffnet haben. Davon profitieren besonders Sportler, die aus beruflichen Gründen (bspw. Schichtarbeiten) nicht zu normalen Trainingszeiten trainieren können. Aber auch familiäre Gründe können dazu beitragen, dass man sein Training erst zu später Stunde machen kann, da man dann ausreichend Zeit hat. Stellt sich nur die Frage, ob das Training vorm Schlafen gehen gesund, sinnvoll und effektiv ist?
Auch wenn es keine allgemeingültige Idealzeit für das Training und das sportliche Höchstleistungsvermögen gibt, ist der Körper dennoch tagsüber besser auf Fitness und Aktivitäten gepolt. Aber wie so vieles im Leben ist auch ein Nachttraining nur eine Frage der Gewohnheit, dass zumindest ein paar Vorteile bieten kann.
Der größte Vorteil ist sicher, dass die Studios deutlich leerer sind. So kann man an den Kraftmaschinen oder Cardiogeräten trainieren, auf die man gerade Lust hat oder die laut Trainingsplan auf dem Programm stehen. Besonders wer beim Krafttraining die beliebten Supersätze, bei denen an zwei und mehr Geräten, parallel trainiert wird, absolvieren will, wird beim Nachttraining voll auf seine Kosten kommen. Zudem ist es an heißen Tagen durchaus sinnvoll, erst kurz vor der Bettruhe zu trainieren, da die Ozonwerte, die die Atemwege reizen können, dann deutlich niedriger sind.
Ansonsten gelten beim nächtlichen Workout die gleichen Fitness- und Trainingsprinzipien wie tagsüber. Dabei sollte man aber versuchen, möglichst immer zu den gleichen Zeiten zu trainieren, da sich der Körper darauf ein- bzw. der Biorhythmus darauf umstellen kann.
Große Nachteile oder medizinische Gefahren gibt es beim Training zu später Stunde nicht. Doch es sei darauf hingewiesen, dass ein Training – egal ob Lauf- oder Krafttraining – kurz vor dem Schlafen gehen zu Schlafstörungen führen kann. Denn es ist kein Geheimnis, dass der Stoffwechsel und Kreislauf nach einer Trainingseinheit sehr angeregt sind und auf Hochtouren läuft. Logischerweise fällt es dann schwer, ins Land der Träume zu gelangen. Wem das bekannt vorkommt, der sollte darauf achten, dass zwischen Training und Nachtruhe zwei Stunden Pause liegen. In der Zeit kann der Körper langsam herunterfahren. Aber es gibt auch fleißige Sportler, die nach einer intensiven Trainingseinheit wie ein Stein schlafen. Das ist individuell verschieden.
Zudem sollte man auch im Hinterkopf haben, dass man beim Training kurz vorm Schlafen gehen vielleicht nicht mehr die nötigen Kraftreserven oder Konzentrationsfähigkeiten hat. Allen voran, wenn man einen langen, stressigen und harten Arbeitstag in den Beinen hat. Da können koordinativ anspruchsvolle und kraftfordernde Fitness- und Kraftübungen schnell drunter leiden.
Ein Training vor dem Schlaf hat keine gravierenden Nachteile. Für wen es aus beruflichen oder familiären Gründen am besten ist, zu später Stunde ins Fitnessstudio zu gehen, kann das ohne Bedenken tun. Man sollte lediglich beachten, das Schlafstörungen auftreten können oder das Training aufgrund mangelnder Konzentrationsfähigkeit oder schwindenden Kraftreserven an Effektivität verliert. Doch Berufstätige, die ohnehin nachts oder in den frühen Morgenstunden arbeiten müssen und im Vorfeld ihre Fitness stärken wollen, sind zum Nacht-Workout herzlich eingeladen.
Eure Meinung: Habt ihr Erfahrungen mit Training vorm Schlafen gehen oder zu später Stunde gemacht? Teilt uns diese doch bitte mit!
Mehr zu diesem Thema hier im Blog:
4 Responses for "Training vor dem Schlafen gehen? Vorteile und Nachteile beim Nacht-Workout"
Ich habe mich neulich noch gefragt, wofür manche Studios auch Nachts offen haben…
Danke für den Artikel – ich denke, für Menschen die wirklich bis Abends arbeiten müssen, ist es wichtig dann wenigstens noch ein Workout machen zu können, als überhaupt keins.
Gruß
Daniel
Da stimme ich dir vollkommen zu. Ich muss auch imemr abends zum Fitness, weil ich den Tag über arbeite und es dient zum Ausgleich. Ausserdem tue ich so etwas noch für meinen Körper. Man sollte jedoch nicht den Fehler machen und wenn man zu Hause ist etwas deftiges zu essen. das merkt man auf der Waage!!!
Ich find es eine super Idee, das einige Fitnesscenter auch am Abend geöffnet haben!
Je intensiver das Training war, umso länger wirkt die Nachtrainingsphase mit leicht erhöhtem Puls. In der Zeit baut der Körper seine im Sport verlorenen Energidepots wieder so um, damit seine Notfallreserven wieder optimal gefüllt sind. Das ist natürlich mit erhöhtem Stoffwechsel verbunden, der diech nicht schlafen lässt. Du brauchst einfach eine größere zeitspanne zwischen Training und Schlafen gehen.
Viele wollen so etwas sogar, man nennt es auch die Nachfettverbrennungszone.
Der Kreislauf /Blutdruck läuft dann sicher auf Hochtouren.
Mach deinen Leistungssport etwas früher am Tag oder versuche Entspannungsübungen zu machen, damit der Körper wieder ruhiger wird. Und vielleicht einen beruhigenden Tee (z.B. Melisse), oder warme Milch mit Honig (wurde ja bereits erwähnt) trinken.
Wenn ich damals mein Selbstverteidigungskurs besucht habe, (2 mal d. Woche) dann konnte ich mich auch nicht gleich danach ins Bett legen und einschlafen. Weil der Kreislauf durch das Training ja auch angeregt wird.
Ich trainiere auch oft zur späten stunde, da ich als Triathlet halt zwei Einheiten am Tag habe.
Also z.B. Schwimmen bis 22.00 Uhr oder Rumpfstabi ab 22.00 Uhr!
Meine Erfahrungen: Man sollte danach keine großen Mahlzeiten zu sich nehmen, ich nehm immer den Recovery von Powerbar!
Dann schlaf ich wie ein Brett, fall ins Bett und nach ein paar minuten bin ich weg!
Bei meiner Freundin funktioniert das Spättraining allerdings nicht, Sie hat dann Schlafstörungen!
LG
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