Was verrät die Sportart über den Charakter?

Die Sportart die wir betreiben, verrät auch etwas über unseres Charakter. Denn es ist kein Zufall, wie und womit wir uns fit und in Form halten. Für die Wissenschaft steht fest: Die Psyche entscheidet, ob wie Jogger, Surfer oder Boxer sind. Doch was genau zeichnet Ausdauersportler, Fitness- und Kraftsportler und Ekstase-Sportler aus?

Heute widmen wir uns einem psychologischen Sportthema. Das Motto lautet: Sage mir, welchen Sport du treibst, und ich sage dir, wer du bist!

Sportart verrät viel über Charakter

Unsere Lieblingssportart verrät sehr viel über unseren Charakter, Stärken und Schwächen oder Sehnsüchte. Egal welche Sportart wir betreiben, dahinter versteckt sich immer ein unbewusstes psychologisches Motiv, welches uns ausgerechnet zu dieser einen bestimmten Sportart bringt und antreibt. Beim Sport verwirklich wir oftmals sonst nicht ausreichend gelebte Anteile.

Surfer © Flickr/Jim Bahn

Surfer © Flickr/Jim Bahn

Demnach kann man sagen, das Sport weit mehr körperliche Fitness ist. Sport kann helfen, uns selbst zu erkennen. Dabei ist es kein Zufall, ob man joggt, ins Fitnessstudio geht, surft oder eine Mannschaftssportart ausübt. Vielmehr ist es eine Frage der Persönlichkeit. Das meist unbewusst gesteuerte Sportverhalten liefert wertvolle Informationen über unser Seelenleben. Welche Rolle nehme ich im Leben ein: Bin ich Teamplayer, Einzelkämpfer, Ausdauersportler, Arbeiter oder Asket? Ordne ich mich ein und leite ich ein Spiel?

Doch was zeichnet die verschiedenen Sportarten bzw. Sportler charakterlich aus?

Ausdauersportler:
Ausdauersportler gelten als belastbar – egal, ob man nun Läufer, Radfahrer, Schwimmer, Nordic Walker oder Skilangläufer ist. Bei diesen Sportarten hat man keinen direkten Körperkontakt mit anderen, die Bewegungsmuster dieser Sportarten sind relativ unkompliziert und können in ihrer Monotonie sogar ein meditatives Erleben bieten, z.B. das Runners High. Wer bei diesem Sportarten jedoch zu lagen alte Gepflogenheiten pflegt und zu lange auf alten Pfaden verweilt, muss mit einem eintretenden Hamsterrad-Gefühl rechnen, das sich privat und beruflich widerspiegelt.

Fitness- und Kraftsportler:
Menschen, die in ihrer Freizeit diese Sportarten betreiben, arbeiten gezielt an ihren eigenen Stärken und Schwächen. Es werden immer wieder auf ein Neues Widerstände überwunden. Aus psychologischer Sicht wird dem Fitness- und Kraftsportler nachgesagt, dass man sich für die Anforderungen des Alltags rüsten und somit leistungsfähiger und stresstauglicher werden will. Bei manchen ist zudem die Faszination an der eigenen Muskelkraft, das an Grenzen gehen und sich selbst zu spüren eine wichtige Motivation, bei anderen wird dadurch ein Gefühl des Kraft- und Machtmangels in bestimmten Bereichen ausgeglichen, sodass Muskeln zum Schutzpanzer werden.

Fun- und Ekstase-Sportler:
Sportler wie Surfer, Snowboarder oder Paraglider nutzen die Elemente und lassen sich auch im Alltag gern treiben. Typisch ist dabei ein fließendes Lebensgefühl.

Mannschaftssportler:
Bei Mannschaftssportarten nimmt hingegen der Teamgeist eine wichtige Rolle ein, aber auch die Bereitschaft, sich zugunsten von Gemeinschafts- bzw. Mannschaftszielen mal unterzuordnen und den eigenen Erfolg hintenanzustellen, zeichnet diese Sportler in der Regel aus.

Wer Interesse an dieser Thematik hat, dem sei das Buch „Warum Läufer beharrlich sind und Surfer das Leben genießen“ (von Thomas Frankenbach, Koha-Verlag, 192 Seiten, 16,99 Euro – Amazon Link) empfohlen. Eine spannende Lektüre vor allem für all diejenigen, die mehr über sich erfahren wollen oder aber noch den passenden Sport für sich suchen.


6 Responses to Was verrät die Sportart über den Charakter?

  1. Arzi 6. Juni 2012 at 18:38 #

    Sehr interessanter Artikel. Einzige Frage danach wäre, was man über Sportler sagen würde, die verschiedene Sportarten nebeneinander machen, die sich eigentlich nicht ähneln. Guter Ansatz!

  2. Mareike 7. Juni 2012 at 02:01 #

    Ich bin wohl ein typischer Ausdauer-Sportler, besonders weil ich dabei gut nachdenken kann und manchmal die besten Ideen habe.
    Wenn ich allerdings die Beschreibungen der anderen Typen lese, sollte ich vielleicht zusätzlich über ein Abo im Fitness-Studio nachdenken, denn Stress-Resistenz ist eine Eigenschaft, die ich gut gebrauchen könnte. Falls das denn auch so funktioniert, dass Sportarten die mit ihnen verbundenen Eigenschaften auch fördern, und nicht nur umgekehrt Leute mit bestimmten Eigenschaften von den passenden Sportarten angezogen werden.

    Danke auf jeden Fall für die interessanten Gedankenanstöße und den Buchtipp!

  3. Maxi 13. Juni 2012 at 16:06 #

    Interessante Theorie und hilfreicher Artikel, leider sind hier nicht viele Sportarten aufgelistet, aber irgendwo wird sich bestimmt jeder wiederfinden. Da ich gerne tauchen und Ski fahren gehe, zähle ich wohl zu den Funsportlern, die sich auch im Alltag gerne treiben lassen. Genau das könnte auch auf mich zutreffen. Diese zwei Aktivitäten schaffen für mich einen gesunden Ausgleich.

  4. Tobias 17. Juni 2012 at 15:31 #

    Wieder mal guter Artikel! Die Aussage von Mareike trifft ebenfalls auf mich zu: Ich liebe es im Wald zu laufen und den Kopf frei zu kriegen. Dort kommen mir oft die besten Ideen und danach fühlt man sich wieder Top!

  5. Gabriela 14. Juli 2012 at 18:32 #

    Dein Artikel ist wirklich interessant zu lesen, muss ich sagen.
    Ich glaube, ich bin eindeutig der Mannschaftssportler, da ich Volleyball spiele und es mir sehr große Freude bereitet. Aber vielleicht bin ich auch eher eine Mischung zwischen Mannschaftssportler und Funsportler, da ich auch gerne Sport betreibe, bei dem es eher um Spaß geht (Wenn Trampolinhüpfen zu Funsportarten gehört ;)).

  6. Flirt 7. November 2012 at 19:50 #

    Was bin ich dann? Teste gerne alles mögliche auch wiederkehrend. Das einzige was ich absolut regelmäßig mache ist wie Tobias im Wald zu laufen. Das ist wie eine Frischekur, den erhöhten Sauerstoffgehalt im Wald spürt man förmlich, wie ich finde.

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