Wie gefährlich ist Fasten? Vorsicht ist angebracht

Fasten ist eine beliebte, alternative Heilmethode und gerade zwischen Januar bis April genießen entsprechende Kuren Hochkonjunktur. Doch Fasten storniert nicht nur das Muskelwachstum, sondern bedeutet für den Körper puren Stress. Zudem sind die positiven Wirkungen wissenschaftlich nicht belegt. Über die Gefahren beim Fasten sollte sich jeder informieren, bevor man eine Kur macht.

Was passiert eigentlich während des Fastens im Körper? Zuerst werden die Kohlenhydratspeicher aus der Muskulatur und der Leber entleert. Anschließend beginnt der Organismus mit dem Abbau von Eiweißen aus dem Muskelgewebe. Die lebensnotwendigen Speicher bestimmter Mineralstoffe und Vitamine nehmen ab, so dass es zu Mangelerscheinungen kommen kann. Demnach geht es nicht den Fettpolstern, sondern lebenswichtigen Bausteinen an den Kragen.

Fasten und der JoJo-Effekt

Natürlich verliert man dadurch Gewicht. Doch leider handelt es sich dabei nur um Wasser- und vor allem Eiweißverlust. Und was ist nach dem Fasten?

Fasten. Foto: Flickr/Karithina

Fasten. Foto: Flickr/Karithina

Hat das Hungern ein Ende, beginnt die Zeit des Hamsterns. Der Stoffwechsel kocht auf Sparflamme und der Körper legt weitere Fettreserven an, um auf die nächste Hungersnot vorbereitet zu sein. Der klassische JoJo-Effekt, der viele Menschen von Jahr zu Jahr dicker werden lässt. Für den Organismus ist das alles ein ganz schöner Stress.

Gezieltes Abnehmen mit Fasten?

Fasten ist als Maßnahme zum gezielten Fettabbau bei Übergewicht in der Regel nicht geeignet. Institute wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), die deutsche Adipositas-Gesellschaft und viele Ernährungs- und Medizinorganisatoren warnen vor dem Fasten. Ein Fastender lernt nicht, seine Ernährung und das Essverhalten umzustellen. Von der Achterbahnfahrt des Gewichts profitieren am Ende immer nur Fastenkliniken und Co. Das gilt für alle Maßnahmen, die weniger als 1.000 Kalorien pro Tag vorsehen. Viele fasten sogar mit weniger als 500 Kalorien täglich. Sinnvoller und gesünder ist jedoch eine langfristige Ernährungsumstellung in Kombination mit ausreichend Sport, um erfolgreich Abnehmen zu können und Übergewicht abzubauen.

Risiken beim Fasten

Fastenkuren gibt es wie Sand am Meer: ob Heilfasten nach Buchinger, Saftfasten, Molkefasten, Schroth-Kur oder die Nulldiät! Doch die unschönen Nebenwirkungen sind bei allen gleich.

  • Wenig Fett wird abgebaut
  • Viel Eiweiß aus der Muskulatur (auch Herzmuskulatur) wird abgebaut
  • Energiehaushalt sowie der Mineral- und Hormonstoffwechsel werden gestört
  • Organismus wird mit Schadstoffen überschwemmt und übersäuert
  • Immunsystem wird geschwächt
  • Harn wird verstärkt ausgeschieden, was zum Verlust von lebenswichtigen Mineraltstoffen und Vitaminen    führen kann
  • Darmflora wird zerstört

Fasten ist nicht gleich fasten

Doch fasten ist nicht gleich fasten. Nicht jede Form ist abzulehnen. Beim religiösen Fasten werden lediglich einige Lebensmittel (Fleisch) und Genussmittel (Alkohol) vom Speiseplan gestrichen. Oder es darf zu bestimmten Zeiten, und dann meist alles, gegessen werden. Das ist sicher nicht gefährlich. Zudem kann es sinnvoll sein, ein überlastetes Organ – bspw. Margen-Darm-Trakt – für kurze Zeit zu entlasten. Das sollten aber nur gesunde Menschen tun. Zudem darf die Entlastung nicht länger als ein bis drei Tage sein, um den Muskelabbau vorzubeugen. Außerdem müssen lebenswichtige Substanzen in ausreichender Menge zugeführt werden.

Fazit

Das (Heil-) Fasten weckt bei vielen Menschen falsche Hoffnungen. Einfach auf Neustart drücken und langjährige Gewichtsprobleme besiegen – so lautet der Wunsch. Alte Gewohnheiten radikal ablegen, um sich dann neu zu sortieren und neu zu starten. Der Optimismus und das Selbstvertrauen zu Beginn des Fastens sind groß. Doch neue Verhaltensweisen beizubehalten fällt nach der Anfangseuphorie immer schwerer. Ähnlich wie bei Neujahrs-Vorsätzen! Fasten ist eine Extremsituation. Doch ein Neustart klappt und funktioniert besser, wenn er sanft in den Alltag eingebaut wird. Dabei gilt: Abnehmen kann nur, wer satt ist! Zudem gehören Ausdauersport sowie, eine eiweißhaltige Ernährung und Kraftsport dazu, um Muskeln aufzubauen und den Grundumsatz zu erhöhen.

Eure Meinung: Was haltet ihr vom Fasten? Habt ihr positive oder negative Erfahrungen?


6 Responses to Wie gefährlich ist Fasten? Vorsicht ist angebracht

  1. Martina 14. Februar 2011 at 13:29 #

    Nichts essen ist gelich schädlich wie zu viel essen. Am besten also regelmäßig und nicht so viel essen.

  2. Christian 9. März 2011 at 16:58 #

    ich bin ein ziemlicher fastengegner und finde es teilweise erschreckend, wie leute daraus ihren profit schlagen wollen. viele werben dabei auch mit entgiftungen und entschlackungen, dabei ist nichts davon wissenschaftlich belegt.

  3. Andreas 9. Juni 2011 at 15:08 #

    ich stimme martina zu … besser 6 kleine Mahlzeiten als unregelmäßig oder gar nicht … nach 18 Uhr auf seine Ernährung achten.

  4. Michael 25. Juli 2011 at 10:42 #

    Ich halte auch nichts vom Fasten. Ich kann mir auch nicht vorstellen dass das gesund ist. Besser ist es sicherlich, wenn man regelmäßig dafür aber weniger isst.

  5. Ole 25. Oktober 2011 at 12:06 #

    Schon mit ein bisschen Nachdenken wird einem klar, dass man nicht 10kg Wasser und Eiweiß abbauen könnte, ohne Schaden zu nehmen.

    Es gibt aber (übergewichtige) Menschen, die 10kg weghungern und nicht dabei draufgehen.
    Dass dabei vor allem Fett abgebaut wird, ergibt eine einfache Körperfettmessung.

    Ich denke auch, dass einige der Fastenvorzüge nicht 100% schlüssig nachgewiesen sind.
    Die in diesem Artikel aufgestellten Behauptungen sind aber leicht zu widerlegen.

  6. Karl 6. Dezember 2012 at 15:24 #

    Gerade jetzt in der Weihnachtszeit beginnt wieder das „große Fressen“. Anschließen wird dann im neuen Jahr wieder auf Sparflamme gekocht. Menschen sind Gewohnheitstiere, es ist jedes Jahr dasselbe!

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