Zughilfen und ihr Vorteile und Nachteile: Für wenn sind die Hilfsmittel sinnvoll?

Das Thema „Zughilfen beim Krafttraining“ spaltet die Gemeinde der ambitionierten Kraftsportler. Während die einen den Einsatz von Haken und Zughilfen als sinnvoll erachtet, können die anderen diesen Hilfsmitteln nichts abgewinnen. Höchste Zeit, die Vor- und Nachteile aufzuzeigen. Am Ende kann dann jeder selber entscheiden, ob er mit oder lieber doch ohne Zughilfen trainieren will.

Zughilfen kommen immer dann zum Einsatz, wenn große Gewicht gestemmt oder gezogen werden. In diesem Fall machen sie durchaus Sinn. Aber längst nicht immer sollte man Zughilfen im Training verwenden. Im pro und contra erklären wir warum.

Vorteile von Zughilfen im Krafttraining: Wann machen sie Sinn?

Eigentlich kennt jeder, der leistungsorientiert trainiert, das Gefühl, wenn beim Rücken– oder Nackentraining die schwere Hantel oder Hantelstange Stück für Stück aus der Hand zu rutschen droht.

Hantel. Gewicht. Foto: Flickr/Usodesita

Hantel. Gewicht. Foto: Flickr/Usodesita

Schließlich reicht bei Übungen wie dem einarmigen Kurzhantelrudern oder dem Schulterheben (Shrugs) die Griffkraft der Hand nicht aus, um die Hantelstange sicher und kontrolliert zu halten. Besonders häufig tritt dieses Problem am Ende des Trainings auf, wenn die Unterarmmuskulatur durch andere Übungen beansprucht wurde und bereits ermüdet ist.

So bleibt es nicht aus, dass man den Satz abbrechen muss. Und das, obwohl der Zielmuskel eigentlich noch gar nicht richtig ermüdet ist. Das hindert den maximalen Muskelaufbau.

Aber nicht nur die fehlende Griffkraft in den Unterarmen kann beim Training mit schweren Gewichten zum Problem werden. Jeder der regelmäßig schwitzige Hände bekommt, wird sich angesprochen fühlen. Die Gefahr, dass die Hantel quasi aus der Hand rutscht, stört ebenfalls im Training gewaltig. Zwar können Polster und Lappen in der Handfläche helfen, haben dafür aber den Nachteil, dass sie den Umfang der Hantelstange weiter erhöhen. Das wiederum schwächt die Griffkraft.

In all diesen Fällen ist ein Training mit Zughilfen sinnvoll.

Nachteile von Zughilfen im Krafttraining: Wann machen sie keinen Sinn?

Doch Zughilfen haben auch ihre Schattenseiten. Schließlich entlasten sie die Unterarmmuskulatur, wodurch die Entwicklung der Unterarmmuskulatur gehemmt wird. Zudem leidet die Ausbildung der Griffkraft, wenn man permanent mit Zughilfen trainiert.

Darüber hinaus kann der Verzicht von Zughilfen Verletzungen verhindern. Das klingt zwar vorerst unlogisch, ist es aber nicht. Denn die Griffkraft ist das schwächste Glied in der Kette. Und wir wissen ja, wie es um die Stärke einer Kette bestellt ist: Eine Kette ist immer nur so stark wie ihr schwächstes Glied – sagt der Volksmund! Und diese Schwachstelle stellt gleichzeitig eine Art Schutzfunktion gegen Überbelastung dar. Werden im Training Zughilfen eingesetzt, werden die Schwachstellen umgangen und man schaltet gleichzeitig die Schutzfunktion aus. Schließlich begrenzt die Griffkraft normalerweise das Trainingsgewicht.

Fazit: Zughilfen im Krafttraining

Entscheidend für die Frage, ob Zughilfen im Training sinnvoll sind oder nicht, ist die persönliche Zielsetzung. Bodybuilder und Fitnesssportler, die aus ästhetischen Gründen trainieren und Muskeln aufbauen wollen, profitieren von Zughilfen. Dank diesen Trainingshelfern kann der Zielmuskel stärker belastet und so optimale Ergebnisse beim Muskelaufbau erzielt werden. Wichtig beim Training mit hohen Gewichten ist eine absolut korrekte Technik und saubere Ausführung, um Verletzungen zu vermeiden. Allerdings sollten die Zughilfen nur bei maximalen Belastungen eingesetzt werden, wenn man damit rechnen muss, dass die Griffkraft nicht mehr ausreicht.

Wer trainiert, um seine Leistungen in anderen Sportarten zu verbessern, sollten dagegen lieber auf Zughilfen verzichten. Denn hier geht es primär darum, Bewegungsabläufe zu trainieren und zu optimieren. Auch für Anfänger sind Zughilfen lange tabu. Bevor man sich an die scheren Gewichte heranwagt, sollte eine gewisse Fundament an Kraft und Muskeln aufgebaut werden. Doch leider sieht man immer wieder junge Kraftsportler, die meiner Meinung nach viel zu früh mit Zughilfen trainieren. Immer mit den falschen Ehrgeiz im Kopf, möglichst viel Gewicht zu stemmen. Technik bleibt da meist auf der Strecke.


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