Vorsicht Vitaminpillen: selten nützlich – oftmals schädlich

Vitamine und Mineralstoffe sind lebensnotwendig. Eine abwechslungsreiche Ernährung liefert ausreichend davon. Doch Nahrungsergänzungsmittel, meist anzutreffen in Pillen- und Pulverform, haben Hochkonjunktur. Geradezu leichtfertig wird seitens der Verbraucher zugegriffen.

Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass die regelmäßige Einnahme von Vitaminpillen gesünder macht und das Leben verlängert. Viele belassen es nicht bei den Vitaminpillen und so werden Vitamine auch gesprizt oder per Infusion verabreicht. Leider ist solch eine „Behandlung“ nicht wirksam. Es gibt keine wissenschaftlichen Studien, die belegen, dass die Einnahme oder Infusion von Vitaminen die Gesundheit verbessert, vor Krankheiten schützt, Abwehrkräfte stärkt oder Krebs verhindert.

Alarmierende Studien: Vitaminpillen können schaden

Schüssler Salze, Pillen. Foto: Flickr/weisserstier
Schüssler Salze, Pillen. Foto: Flickr/weisserstier

Zudem kommen immer mehr klinische Studien zu dem dem Ergebnis, dass Vitamine in Form von Nahrungsergänzungsmittel in aller Regel nicht nur unnötig sind, sondern sogar auch schaden können. Besonders alarmierend ist dabei das Ergebnis von Forschern der renommierten „Cochrane Collaboration“ aus dem Jahr 2008, die insgesamt 67 klinische Studien zu Vitaminen auswerteten und zu dem Ergebnis kam, dass eine Einahme von Vitamin A, Vitamin E und Betakarotin die Sterblichkeit signifikant ansteigen lässt.

Run auf Vitaminpillen ungebrochen groß

Nahrungsergänzungsmittel sind keine Arzneimittel und durchlaufen deshalb auch keine Zulassungsverfahren. Selbst in Supermarktregalen sind sie erhältlich. Fast jeder vierte Deutsche bzw. über 18 Millionen Menschen hierzulande nehmen Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel ein und geben dafür über 900 Millionen Euro im Jahr aus. Doch einen Nutzen haben diese Präparate in erster Linie für die Hersteller, die sich über satte Gewinne freuen dürfen.

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Top 4: Die wichtigsten Vitamine für Sportler

Wer das Beste aus seinem Training rausholen will, der sollte sich unbedingt mit seiner Ernährung auseinandersetzen. Training ist gut, in Kombination mit einer energiereichen Kost, die zudem wichtige Vitamine liefern, ist das Training umso besser und effektiver. Welche für Sportler besonders wichtig sind und in welchen Lebensmitteln sie vorkommen, verraten folgende Zeilen.

Ohne Vitamine geht gar nichts. Auch wenn schon kleinste Mengen an Vitaminen ausreichen, um unser körperliches Wohlbefinden und unsere Leistungsfähigkeit zu pushen, sollte man auf eine ausreichende Versorgung achten. Denn die meisten Vitamine können vom Organismus nicht selber hergestellt werden.

Sportler haben dabei einen erhöhten Bedarf an Vitamin B1, Vitamin B6, Vitamin C und Vitamin E. Höchste Zeit, das Quartett etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Obst, Vitamine. Foto: Flickr/Namics.
Obst, Vitamine. Foto: Flickr/Namics.

Vitamin B1: wichtig für Ausdauersportler

Vitamin B1, auch Thiamin genannt, ist als Enzym wichtig für den Kohlenhydratstoffwechsel. Kommt es zu einer Unterversorgung, sind wir schneller erschöpft, da in diesem Fall vom Körper mehr Laktat (Milchsäure) gebildet wird. Besonders wer Ausdauersport betreibt, sollte auf eine ausreichende Versorgung achten, da Höchstleistungen bei einem Mangel nicht möglich sind. Einfache Regel: Wer viel Ausdauertraining betreibt, muss viel Vitamin B1 zu sich nehmen. Da kann es schon mehr sein, als die empfohlene Tagesdosierung von 1,4 bis 1,6 mg pro Tag. Empfehlenswerte Lieferanten für Vitamin B1 sind Fleisch, Wurst, Fisch, Nüsse, Sonnenblumenkerne, Haferflocken oder Kartoffeln.

Vitamin B6: wichtig für Kraftsportler

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